Immer mehr Menschen richten sich ihr Homeoffice so ein, dass es wirklich zu ihnen passt – funktional, effizient und angenehm. Eine der beliebtesten Optimierungen: mehrere Monitore. Kein Wunder, denn mehr Bildschirmfläche bedeutet weniger Geklicke, mehr Überblick und flüssigeres Arbeiten. Aber wie setzt Du das optimal um? Welche Möglichkeiten hast Du, wenn Dir gekaufte Halterungen zu unflexibel sind?
In diesem Artikel erfährst Du, worauf es beim Aufbau eines Multimonitor-Setup ankommt – und wie Du Dir mit etwas Geschick sogar Deine eigene günstige Monitorhalterung bauen kannst.
Halterung kaufen oder selbst bauen?
Ein Multimonitor-Setup steht und fällt mit der passenden Halterung. Sie sorgt nicht nur für Stabilität, sondern bestimmt maßgeblich, wie flexibel und ergonomisch Dein Arbeitsplatz ist. Ob Du auf eine fertige Lösung zurückgreifst oder lieber selbst baust, hängt von Deinen Ansprüchen, Deinem Budget und Deinem handwerklichen Geschick ab.

Fertige Halterungen: Schnell montiert, aber oft unflexibel
Der Markt bietet unzählige fertige Monitorhalterungen – von günstigen Tischständern bis zu aufwendigen Gasdruckarmen mit Kabelmanagement. Der große Vorteil: Sie sind sofort einsatzbereit, meist vormontiert und lassen sich ohne großes Werkzeug installieren. Besonders für klassische Zwei-Monitor-Setups gibt es viele brauchbare Modelle, auch mit Höhenverstellung und Schwenkfunktion.
Allerdings zeigen sich bei Standardlösungen schnell Grenzen: Manche Modelle bieten nur wenige Einstellungsmöglichkeiten, sind für bestimmte Monitorgrößen ausgelegt oder lassen sich nicht mit anderen Halterungen kombinieren. Willst Du mehrere Monitore eng aneinander platzieren oder die Ausrichtung millimetergenau anpassen, stößt Du hier schnell an ergonomische oder optische Einschränkungen.
Zudem sind hochwertige Systeme – besonders mit mehreren Armen oder modularer Erweiterbarkeit – oft teuer. Für spezielle Anordnungen, ungewöhnliche Tischformen oder wandbündige Setups wird es dann nicht nur kompliziert, sondern auch kostspielig.
DIY mit Systemprofilen: Maßgeschneiderte Lösungen zum Selberbauen
Wenn Du eine Halterung möchtest, die exakt zu Deinen Vorstellungen passt, ist ein DIY-Ansatz mit Systemprofilen aus Aluminium eine überlegenswerte Alternative.
Hier kommt der DIY-Ansatz ins Spiel. Mit Systemprofilen aus Aluminium kannst Du Dir Deine eigene Monitorhalterung bauen – individuell auf Deine Platzverhältnisse, Monitore und Vorlieben abgestimmt. Das Schöne: Die Profile lassen sich millimetergenau zuschneiden und sind dank einfacher Steckverbindungen schnell aufgebaut – ohne Schweißen oder Spezialwerkzeug.
Diese Profile stammen ursprünglich aus dem Maschinenbau und lassen sich dank Nut-Verbindungen und Standardmaßen sehr einfach bearbeiten und kombinieren.
Du kannst Deine Halterung exakt auf Deine Monitore, Deinen Tisch und Deinen Raum zuschneiden – in Höhe, Breite und Ausrichtung. Die Profile werden einfach zugesägt, mit Verbindungselementen verschraubt und können je nach Bedarf erweitert oder verändert werden. Es braucht kein Schweißgerät, keine Spezialmaschinen – nur ein bisschen Planung und handwerkliches Grundverständnis.
Besonders praktisch: Du kannst nicht nur Monitore, sondern auch Zubehör wie Licht, Kameras oder kleine Regale integrieren. Selbst Lösungen mit Monitoren über Eck oder gestaffelt übereinander sind mit den richtigen Winkelelementen möglich. Und das oft günstiger als vergleichbare Profi-Halterungen.
Wachstumsfähig und modular: Das Setup passt sich Dir an
Ein großer Vorteil von DIY-Lösungen mit Systemprofilen ist die Modularität. Du kannst Dein Setup jederzeit erweitern, umbauen oder auf neue Bedürfnisse anpassen. Ein dritter Monitor? Kein Problem – einfach einen weiteren Arm anbringen. Du brauchst Platz für einen Beamer, eine Halterung für Dein Mikrofon oder willst Dein Setup an einen neuen Tisch anpassen? Mit ein paar zusätzlichen Profilen und Winkeln bist Du flexibel.
Auch optisch lässt sich viel machen: Die Aluminiumprofile wirken modern und industriell, lassen sich aber auch lackieren oder mit Blenden kaschieren, wenn Du einen wohnlicheren Look bevorzugst. Und wer’s ganz clean mag, integriert gleich ein durchdachtes Kabelmanagement – damit nichts ablenkt und alles aufgeräumt bleibt.
Das Video zeigt, wie vielseitig ein DIY-Aufbau sein kann:
Deine Anforderungen verstehen
Bevor Du loslegst, hilft ein klarer Blick auf Deine individuellen Bedürfnisse – denn kein Setup ist wie das andere. Die wichtigste Frage zuerst:
Wie viele Monitore brauchst Du wirklich?
Die Anzahl der Monitore ist der erste und vielleicht wichtigste Schritt beim Planen Deines Setups. Zwei Bildschirme sind für viele der ideale Einstieg. Du kannst auf einem Monitor konzentriert arbeiten – etwa in einem Dokument oder einer Tabelle – während der zweite Dir Platz für E-Mails, Recherche, Kalender oder Meetings bietet. Das spart Zeit, weil Du weniger zwischen Fenstern hin- und herwechseln musst, und senkt die Ablenkung deutlich.
Ein Setup mit drei Monitoren wird dann spannend, wenn Du mehrere Programme gleichzeitig im Blick behalten musst. Designer profitieren zum Beispiel von einer Trennung zwischen Werkzeugleiste, Vorschau und Dateiübersicht. Entwickler nutzen oft eine Kombination aus Code, Live-Vorschau und Dokumentation. Und auch im Streaming-Bereich ist ein dritter Bildschirm längst Standard – zum Beispiel für Chat, Regie oder Monitoring.
Wichtig ist: Mehr Monitore bedeuten nicht automatisch mehr Effizienz. Entscheidend ist, ob Du die zusätzliche Fläche wirklich sinnvoll nutzen kannst. Ein dritter Monitor bringt Dir nur dann etwas, wenn Du ihn gezielt einsetzt – ansonsten lenkt er möglicherweise mehr ab, als er hilft.
Überlege also genau, was Du täglich brauchst. Wenn Du häufig zwischen Programmen springst oder mehrere Informationsquellen gleichzeitig nutzt, lohnt sich ein erweitertes Setup. Wenn Du aber vor allem fokussiert arbeitest, reichen zwei gut platzierte Monitore oft vollkommen aus.
Platz und Positionierung richtig einschätzen
Bevor Du Monitore kaufst oder Halterungen planst, solltest Du genau prüfen, wie viel Platz Dir tatsächlich zur Verfügung steht. Ein breiter Schreibtisch ist die Grundvoraussetzung, wenn Du zwei oder drei Monitore nebeneinander platzieren möchtest. Achte darauf, dass die Bildschirme ohne Lücken direkt aneinander anschließen können – das erleichtert den Übergang mit der Maus und sorgt für ein angenehmeres Seherlebnis.
Reicht die Breite nicht aus, kannst Du auch über eine vertikale Anordnung nachdenken. Ein Monitor über dem anderen spart Platz, erfordert aber eine gute ergonomische Planung. Der obere Bildschirm sollte dabei möglichst flach geneigt sein, damit Du Deinen Nacken nicht überstrecken musst. Für manche Aufgaben – etwa als Zweitbildschirm für statische Inhalte wie Messenger oder Dashboards – kann diese Lösung gut funktionieren.
Auch die Tiefe des Tisches spielt eine Rolle. Große Monitore benötigen genügend Abstand zu Deinen Augen, sonst wirken sie schnell überladen oder anstrengend. Eine Wandmontage schafft hier oft zusätzlichen Freiraum und sorgt für einen aufgeräumten Look. Wenn Du flexibel bleiben willst, sind Halterungen mit Schwenk- und Neigefunktion ideal – so kannst Du die Position jederzeit anpassen.

Denke bei der Positionierung nicht nur funktional, sondern auch visuell. Ein harmonisches Setup wirkt nicht nur professionell, sondern fördert auch Deine Konzentration. Denn je weniger visuelle Unruhe auf dem Tisch herrscht, desto klarer kannst Du Dich auf das Wesentliche konzentrieren.
Ergonomie und Optik im Blick
Neben Funktionalität spielt auch der Wohlfühlfaktor eine Rolle. Achte darauf, dass Deine Monitore auf Augenhöhe sitzen und Du zentral auf den Hauptbildschirm blickst. Die äußeren Monitore sollten leicht eingedreht sein, um den Nacken zu entlasten. Eine DIY-Halterung gibt Dir dabei maximale Kontrolle – Du bestimmst Höhe, Abstand und Ausrichtung. Und das ganz ohne sichtbares Kabelchaos, wenn Du clevere Lösungen mitdenkst.
Ein Multimonitor-Setup ist mehr als nur Technik – es ist Ausdruck Deines Arbeitsstils. Ob Du Dich für eine fertige Lösung entscheidest oder Dir mit Systemprofilen Deine eigene Halterung baust: Wichtig ist, dass Dein Arbeitsplatz zu Dir passt. Praktisch, flexibel und so individuell wie Du selbst.
Mit ein bisschen Planung und dem richtigen Material entsteht ein Setup, das nicht nur gut aussieht, sondern Dir jeden Tag das Arbeiten erleichtert. Und wer weiß – vielleicht ist das der Anfang für noch mehr smarte DIY-Ideen in Deinem Homeoffice.
Alternative zum Multi-Monitor-Setup
Nicht immer sind zwei oder drei Monitore die beste Lösung – manchmal reicht ein einziger Ultrawide-Monitor, um dieselben Vorteile zu erzielen, und das sogar mit einigen zusätzlichen Pluspunkten. Wenn Du Wert auf eine klare Optik legst, weniger Kabelsalat willst und trotzdem viel Arbeitsfläche brauchst, kann ein Monitor im 21:9-Format eine attraktive Alternative sein.
Ein 21:9-Monitor bietet in der Breite deutlich mehr Bildfläche als ein klassischer 16:9-Monitor – bei einer Auflösung von z. B. 3440×1440 Pixeln entspricht das ungefähr zwei nebeneinanderstehenden Full-HD-Displays. Du kannst problemlos zwei oder sogar drei Anwendungen gleichzeitig nebeneinander öffnen, ohne Fenster ständig verschieben oder anpassen zu müssen. Viele moderne Betriebssysteme und Tools unterstützen mittlerweile ein einfaches Andocken und Anordnen von Fenstern, sodass Du den verfügbaren Raum effizient nutzen kannst.

Einer der größten Vorteile: Du hast nur einen Bildschirmrand – keine störende Lücke zwischen zwei Monitoren. Das verbessert den Fokus und sorgt für ein harmonischeres Bild, was vor allem bei kreativen Arbeiten wie Videoschnitt, Fotobearbeitung oder Musikproduktion ein echter Gewinn ist. Auch beim Gaming oder beim Anschauen von Filmen wirkt das breite Format immersiver und stimmiger.
Gerade wer viel mit großen Timelines oder langen Dokumenten arbeitet, profitiert von der durchgehenden Breite. Du musst nicht mehr zwischen Bildschirmen springen oder Inhalte umständlich verschieben – alles ist direkt im Blick.
Ein Ultrawide-Monitor benötigt weniger Platz auf dem Tisch als zwei einzelne Displays – und wirkt dabei oft eleganter. Du hast nur ein Stromkabel, nur ein Videokabel und weniger Geräte, die Du ausrichten und justieren musst. Auch das Kabelmanagement wird einfacher. In Kombination mit einer Wandhalterung oder einem schlanken Monitorarm entsteht ein minimalistisches Setup, das optisch überzeugt und gleichzeitig funktional bleibt.
Wichtig ist, dass Du einen Monitor wählst, der nicht nur breit, sondern auch hoch genug auflöst. Für produktives Arbeiten sollte die vertikale Auflösung mindestens 1440 Pixel betragen – Full-HD kann auf so großer Fläche schnell pixelig wirken. Achte außerdem auf ergonomische Eigenschaften: Höhenverstellung, Neigung und VESA-Kompatibilität sind auch bei Ultrawides sinnvoll, besonders bei langen Arbeitssessions.
Und richtig groß bzw. breit wird es mit einem 32:9 Monitor: 49 Zoll auf dem Schreibtisch, der zwei 27 Zoll Monitore ersetzt!

Mehr Infos zu passenden Monitoren sowie eine Kaufberatung findest Du hier.