Kennst Du die Szene aus dem Marvel Film Thor – Tag der Entscheidung (Thor: Ragnarok), in der sich Thor, der Gott des Donners, und der übermenschliche Hulk gewzungenermaßen in der Arena des Grandmasters gegenüberstehen und kämpfen? Zwei der stärksten Charaktere aus dem Marvel Universum?
In etwa so kannst Du Dir auch den „Kampf“ um den ersten Platz in der Kategorie der Top-TVs aus dem Jahr 2021 vorstellen. Gut, der Vergleich hinkt etwas, aber es sind nunmal auch die „stärksten“ TVs von Samsung und LG im Premium-Segment. Beide Modelle sind vollgestopft mit moderner Technik und zahlreichen Features.
Sie nutzen aber unterschiedliche Bildtechnologien. Während Samsung beim QN95A auf das in diesem Jahr neu eingeführte Neo QLED setzt, verbaut LG beim G1 das ebenfalls neue OLED Evo Panel. Unser Vergleich der beiden Premium-Fernseher Samsung Neo QLED QN95A und LG OLED G1 zeigt Dir, wer besser ausgestattet ist und wer mehr fürs Geld bietet.
Zusammenfassung der Unterschiede zwischen dem Samsung Neo QLED QN95A und LG OLED G1
Hier findest Du für den schnellen Überblick eine Zusammenfassung aller wesentlichen Unterschiede zwischen den Modellen Samsung Neo QLED QN95A und LG OLED G1.
Samsung Neo QLED QN95A | LG OLED G1 | ||
Design | |||
Bild | 100 Hz native Bildwiederholrate
FALD Direct LED 576 Dimming-Zonen (bei 55 Zoll, mehr bei größeren Diagonalen) VA LCD Neo QLED Ultra Viewing Angle Neo Quantum Processor 4K Ultimate UHD Dimming Pro PQI 4600 Q HDR 2000 |
4K Auflösung
100 Hz native Bildwiederholrate OLED Evo Panel 10 Bit Farbtiefe Alpha 9 Gen 4 AI Bildprozessor Perfect Viewing Angle Black Frame Insertion (BFI) mit max. 120 Hz True Color Accuracy Pro (33x33x33 LUT) AI Upscaling AI Picture Pro Image Enhancing mit Quad Step Noise Reduction |
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Ton | 4.2.2 Kanal Audiosystem
70 Watt Ausgangsleistung eARC Object Tracking Sound Plus (OTS+) Q Symphony |
4.2 Kanal Audiosystem
60 Watt Ausgangsleistung (20 Watt Subwoofer) Down Firing Lautsprecher Dolby Atmos eARC Kein DTS AI Sound Pro mit Verbesserung bei Sprachwiedergabe mit automatischer Genre-Wahl |
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HDR | HDR10
HDR10+ HLG (kein Dolby Vision) |
HDR10
(kein HDR10+) HLG Dolby Vision |
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Ausstattung | Tizen 2021
2 x DVB-T2/C/S2 4 x HDMI, davon 4 x HDMI 2.1 mit 4K@120 Hz 3 x USB PVR Timeshift Ambient Mode One Connect Box 2,5 m One Connect Cable Premium Solar Smart Remote (Schwarz) |
WebOS 6.0
2 x DVB-T2/C/S2 PVR Timeshift Magic Remote Dolby Vision IQ Filmmaker Mode HFR mit 4K via HDMI, USB, TV-Empfang 4 x HDMI 2.1 mit 40 GBit/s Slim Bracket Wandhalterung im Lieferumfang enthalten |
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Input Lag | 10 ms Full HD- und UHD-Auflösung mit 60 Hz
5 ms 4K mit 120 Hz Automatic Low Latency Mode (ALLM) Game Bar |
10 ms mit 1080p@60 Hz
10 ms mit 4K@60 Hz 5 ms mit 4K@120 Hz 5 ms 1080p VRR 6 ms 4K VRR Automatic Low Latency Mode (ALLM) NVidia G-Sync Freesync Premium Game Optimizer |
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Einschränkungen | keine DTS- und DivX-Unterstützung | keine DTS-Unterstützung
keine Standfüße im Lieferumfang |
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Aktuelle Preise | GQ55QN95A (1783,47 EUR) GQ65QN95A (2399,00 EUR) GQ75QN95A (3299,00 EUR) GQ85QN95A QE55QN95A QE65QN95A QE75QN95A QE85QN95A |
OLED55G19LA OLED65G19LA OLED77G19LA (3.549,00 €) |
Einordnung und Modellbezeichnungen
Beide hier verglichenen Fernseher sind das Premium-Modell der 2021er 4K-Portfolios. Bei Samsung führt der QN95A das Neo QLED-Sortiment mit 4K-Auflösung an. Damit ist er über den Modellen QN90A und QN85A, ebenfalls beide mit Neo QLED, sowie den QLED-Fernsehern Q80A, Q70A und Q60A überstellt. Einzig den deutlich teureren 8K-Modellen QN800A und QN900A muss sich der QN95A unterordnen.
Ähnlich sieht es auch bei LGs OLED G1 aus. Auch er ist das Top-Modell unter den OLED-Fernsehern der 2021er Generation mit 4K-Panel. Unter ihm sind die Modelle A1, B1 und C1 einsortiert, die allesamt nicht das neue OLED Evo Panel besitzen. Dies ist dem Sondermodell LG OLED G1 vorbehalten, dass mit seinem Gallery Design auch optisch aus der Masse heraussticht. Wer bei LG noch höher ins Preisregal der OLED-TVs greifen will, hat nur noch den Z1 mit 8K-Auflösung als Steigerungsmöglichkeit zum G1.
Bilddiagonale und UVP im Vergleich: QN95A bei gleicher Diagonale etwas günstiger
Preislich spielen der Samsung Neo QLED QN95A und der LG OLED G1 ungefähr in einer Liga. Los geht es beim Neo QLED TV mit einer unverbindlichen Preisempfehlung von 2.199 Euro für die kleinste Ausführung mit 55 Zoll Bilddiagonale. Mit gleicher Bildschirmgröße startet auch LG beim G1, liegt hier mit einer UVP von 2.399 Euro mit 200 Euro mehr nur knapp über dem Wettbewerber.
Je größer die Diagonale wird, desto größer wird dann aber auch der traditionell bekannte OLED-Preisaufschlag. Für 65 Zoll zahlst Du bei Samsung gemäß UVP 2.999 Euro, bei LG schon 3.499 Euro. Noch größer wird der Preisunterschied bei der nächsten Größe. Während Samsung den QN95A mit 75 Zoll für 4.299 Euro UVP offeriert, erhebt LG für den OLED G1 mit 77 Zoll, also zwei Zoll mehr Bilddiagonale, schon 6.499 Euro. Das ergibt bei den Kosten pro Zoll einen Unterschied von fast 30 Euro (QN95A: 57 Euro pro Zoll, G1: 84 Euro pro Zoll). Da ist selbst die größte Ausführung des Neo QLED QN95A mit 85 Zoll noch günstiger. Die liegt bei einer unverbindlichen Preisempfehlung von 5.899 Euro und damit bei 69 Euro pro Zoll.
Kurzum: Samsung bietet den QN95A nicht nur durchweg günstiger an, sondern auch in mehr Diagonalen.
Diagonale | Modell | Preis (UVP) | Kosten pro Zoll | Modell | Preis (UVP) | Kosten pro Zoll | Differenz | |
55 | GQ55QN95A | 2.199 € | 40 € | OLED55G1 | 2.399 € | 44 € | 200 € | |
65 | GQ65QN95A | 2.999 € | 46 € | OLED65G1 | 3.499 € | 54 € | 500 € | |
75 | GQ75QN95A | 4.299 € | 57 € | – | ||||
77 | – | OLED77G1 | 6.499 € | 84 € | ||||
85 | GQ85QN95A | 5.899 € | 69 € | – | ||||
Bild im Vergleich: QN95A mit mehr Helligkeit, G1 mit mehr Kontrast
Der technisch größte Unterschied zwischen dem Samsung QN95A und dem LG G1 ist beim Panel und damit der eingesetzten Bildtechnologie.
Samsung führte in diesem Jahr die neue Neo QLED-Technologie ein, die eine Weiterentwicklung des bekannten QLEDs ist. Hierbei kommt weiterhin ein VA LCD Panel zum Einsatz. Für die Hintergrundbeleuchtung werden nun aber Mini LEDs verbaut. Diese sind besonders kompakt, was eine geringere Tiefe der Geräte sowie mehr Dimming-Zonen ermöglicht. Beim QN95A mit 55 Zoll ist die FALD Direct LED Hintergrundbeleuchtung in 576 einzelne Dimming-Zonen unterteilt. Mit wachsender Diagonale nimmt die Anzahl zu. Bei 85 Zoll liegt die Anzahl der Dimming-Zonen bei etwa 1300.
Auf eine Hintergrundbeleuchtung muss LG dank seinem OLED-Panel mit selbstleuchtenden Pixeln gar nicht setzen. Dies hat bekanntermaßen den Vorteil, dass die Panels noch dünner sind und dazu ein unendlich:1 hohes Kontrastverhältnis bieten. Da kann der QN95A mit nativ 3.500:1 und dynamisch 26.500:1 nicht mithalten, auch wenn dies ebenfalls hervorragende Werte für einen LCD-TV sind.
Dazu hat auch LG für 2021 eine Neuheit parat: das OLED Evo Panel. Dieses ist exklusiv im G1 verbaut und verspricht eine höhere Bildhelligkeit. Auch wenn sich der Gewinn im Bereich von ungefähr 10 bis 15 Prozent bewegt, ist dies eine wichtige Verbesserung. Schließlich ist die Bildhelligkeit einer der Schwachpunkte der OLED-Technologie.
Trotz der höheren Bildhelligkeit kann der LG OLED G1 mit seinen 730 cd/m² bei HDR-Realcontent bei weitem nicht mit den 1.500 cd/m² des QN95A mithalten. Noch deutlicher wird der Unterschied bei Material in SDR. Hier erreicht der G1 nur einen Wert von 300 cd/m², während der QN95A mit 1.400 cd/m² punktet. Ähnlich sehen die Verhältnisse auch bei einem Testbild mit 10 Prozent Weißanteil aus, wie die unten eingebundene Tabelle zeigt.
Eine der Stärken der OLED-Panels ist die Farbwiedergabe. Einen klaren Punktsieg kann der G1 mit 10 Bit pro Farbkanal (wie beim QN95A) hier im Duell gegen den QN95A aber dennoch nicht einfahren, weil auch Samsung ganze Arbeit geleistet hat. Zwar liegt der LG OLED G1 bei der Farbraumabdeckung nach DCI P3 mit 99% zu 95% und nach Rec.2020 mit 72% zu 71% vorne. Groß ist der Vorsprung aber nicht. Beim Farbvolumen nach DCI P3 kann der QN95A dem G1 mit 90% zu 86% sogar ein Schnippchen schlagen, während der OLED-TV nach Rec.2020 mit 73% zu 70% wieder leicht die Nase vorne hat.

Pluspunkte sammelt der Samsung Neo QLED QN95A auch bei der Blickwinkelstabilität des Bildes. Hier verzeichnet das Gerät mit 44 Grad bei der Veränderung der (von Hause aus hohen) Helligkeit den schwächsten Wert. Farben verändern sich ab 49 Grad, Schwarzwerte erst ab 70 Grad. Der LG G1 kann da nicht ganz mithalten. Bei ihm verändert sich die Farbwiedergabe bereits ab einer Abweichung von 26 Grad. Hinsichtlich Helligkeit schneidet er mit 63 Grad hingegen besser ab, bei den Schwarzwerten liegt er gleichauf. Dennoch bietet der Samsung QN95A somit das blickwinkelstabilere Bild.
Beim Samsung QN95A hängen Blickwinkelabhängigkeit und das Kontrastverhältnis zusammen: ohne local dimming (nur komplett abschaltbar über das Servicemenü im Samsung TV) erreicht der Samsung QN95A einen Wert von etwa 3500:1 im Kontrast. Da es sich um ein erstklassiges VA LCD-Panel handelt, sollte der Kontrast eigentlich höher liegen. Die Abschwächung kommt durch eine besondere Filterschicht, dem Ultra Viewing Angle, welches für eine deutliche Verbesserung der Blickwinkelabhängigkeit sorgt. Um den Kontrast hoch zu halten, ist es daher sinnvoll, local dimming nie komplett abzustellen.
Gemeinsam haben beide Geräte das Vorhandensein von BFI (Black Frame Insertion) mit bis zu 120 Hz. Dies sorgt für flüssiger wahrgenommene Animationen. Die Aktualisierungsrate der beiden Bildschirme liegt bei 100 Hz, die Auflösung bekanntermaßen bei 4K (3.840 x 2.160 Pixel).
Eine Übersicht über die technischen Daten im Bereich Bild findest Du hier:
Eigenschaft | Samsung Neo QLED QN95A | LG OLED G1 |
Auflösung | UHD | UHD |
native Bildwiederholrate | 100 Hz | 100 Hz |
Bildschirmform | flach | flach |
Kontrastverhältnis | 26500:1 mit local dimming, 3500:1 nativ | unendlich:1 |
Paneltyp | VA LCD | OLED Evo |
Hintergrundbeleuchtung | FALD Mini LED | – |
Local Dimming | ja | Pixel Dimming |
SDR Peak 10% | 1500 cd/m² | 400 cd/m² |
HDR Peak 10% | 1600 cd/m² | 830 cd/m² |
SDR Real Scene | 1400 cd/m² | 300 cd/m² |
HDR Real Scene | 1800 cd/m² | 730 cd/m² |
Veränderung der Farben ab | 49° | 26° |
Veränderung der Helligkeit ab | 44° | 63° |
Veränderung der Schwarzwerte ab | 70° | 70° |
Farbraumabdeckung DCI P3 | 95% | 99% |
Farbraumabdeckung Rec.2020 | 71% | 73% |
Farbvolumen DCI P3 | 90% | 86% |
Farbvolumen Rec.2020 | 70% | 73% |
BFI | ja (bis 120 Hz) | ja (bis 120 Hz) |
Auflösung pro Farbkanal | 10 Bit | 10 Bit |
Quelle: teilweise rtings.com
Ton: QN95A mit stärkerem Soundsystem und Q-Symphony
Auf dem Papier bietet der QN95A die bessere Audioausstattung. Er ist mit einem 4.2.2 Kanal Audiosystem mit 70 Watt Gesamtleistung bestückt. LG integriert hingegen „nur“ ein 4.2 Kanal Setting mit Down-Firing-Lautsprechern und 60 Watt, das dafür aber mit 65 Hz tieferen Bass wiedergibt (QN95A: 95 Hz).
Dazu ist auch die sonstige Ausstattung beim LG G1 besser. Während eARC bei beiden an Bord ist, gibt es beim G1 Unterstützung beim Dolby Atmos, beim QN95A hingegen nur Dolby Digital Plus. Die DTS-Unterstützung sparen sich beide Hersteller.
Zudem haben sie unterschiedliche Klangverbesserer und weitere Features an Bord. LG setzt u.a. auf AI Sound Pro mit Verbesserung bei Sprachwiedergabe mit automatischer Genre-Wahl, während Samsung u.a. mit Object Tracking Sound Plus (OTS+), Q-Symphony und Active Voice Amplifier (AVA) wirbt.
Q-Symphony ist ein neuartiges Konzept von Samsung: Samsung verbindet die Klangwiedergabe mit einer kompatiblen Soundbar über genau die Soundbar in Kombination mit den internen Lautsprechern des TVs. So erhältst Du eine bessere Klangwiedergabe, da deutlich mehr Lautsprecher für den Surround-Sound zum Einsatz kommen.
HDR-Unterstützung: G1 mit Dolby Vision, QN95A mit HDR10+
Da Samsung und LG zu zwei verschiedenen Lagern gehören, gibt es auch bei der HDR-Unterstützung Unterschiede. Wie gewohnt unterstützen beide die klassischen Standards HDR10 und HLG.
Samsung setzt dazu bekanntermaßen auf HDR10+, während LG auf die Alternative Dolby Vision baut. Welches für Dich die bessere Wahl ist, hängt primär davon ab, ob Du mehr Content in HDR10+ oder Dolby Vision schaust. Aktuell scheint sich Dolby Vision aber einen kleinen Vorteil gegenüber dem Kontrahenten hinsichtlich der Verbreitung zu erarbeiten.
Ausstattung: unterschiedliche Remotes und Smart TV Systemen, One Connect Box bei Samsung
Bei der Ausstattung der beiden Fernseher gibt es zwar ein paar kleine Unterschiede. Bei den wesentlichen Faktoren gehen sie aber Hand in Hand. Das betrifft unter anderem HDMI 2.1. Den neuen Standard unterstützen sowohl der Samsung QN95A als auch er LG G1 auf allen vier HDMI-Anschlüssen.
Dazu bieten sie beide jeweils drei USB-Ports, einen optischen digitalen Audioausgang und einen Netzwerkanschluss für alle, die kein WLAN einsetzen wollen. Dazu bietet der G1 noch einen Kopfhöreranschluss. Beim QN95A lassen sich Kopfhörer nur kabellos via Bluetooth verbinden, was beim OLED-TV von LG natürlich auch möglich ist.
Beide Geräte sind mit einem Twin-Tuner für DVB-T2/C/S2 ausgestattet. Das bedeutet, dass sie neben PVR und TimeShift auch das zeitgleiche Empfangen von zwei verschiedenen Programmen unterstützen. Dazu gibt es die vielen üblichen Smart-TV-Funktionen wie das Installieren von Apps für Streaming und Co. Beide setzen hierbei mit Samsung Tizen 6.0 und LG WebOS 6.0 auf ein eigenes Betriebssystem statt Android TV, sodass die Auswahl an Apps nicht ganz so groß ausfällt, aber dennoch reichlich vorhanden sind.
Ein Video zu beiden Betriebssystemen Tizen auf einem Samsung TV und WebOS auf einem LG TV findest Du hier (allerdings von den 2020er Modellen):
Neben den beiliegenden Fernbedienungen, die bei Samsung deutlich spartanischer ausfällt, lassen sich beide Fernseher auch über die gängigen Sprachassistenten Amazon Alexa und Google Assistant sprachsteuern. Samsung liefert die Smart Remote mit, die seit 2021 über eine Rückseite mit Solarzellen verfügt. Sie heißt jetzt Solar Cell Smart Remote. Wer jetzt an die alten Taschenrechner von Casio denkt, die ein kleines Solarpanel integriert hatte, der hat genau die richtige Assoziation. Nur lädt Samsung mit den Solarzellen einen kleinen integrierten Akku in der Fernbedienung, die aber auch über ein USB-Kabel geladen werden kann.
LG setzt seit einigen Modellgenerationen auf die LG Magic Remote, die 2021 ein kleines Facelift erfahren hat. Die Magic Remote hat die Besonderheit, dass sie mit Sensoren die Bewegung erfasst und so kann man einen Mauszeiger auf dem Bildschirm bewegen und mittels des Rades „klicken“. Das ermöglicht Dir eine schnelle Eingabe von Befehlen oder hilft auch weiter, wenn Du Texte eintippen willst. Die Auswahl der Tasten erfolgt durch den Einsatz des Mauszeigers viel schneller.

Für die Spracherkennung bieten beide Geräte mit Samsung Bixby bzw. LG Voice Search eigene Lösungen. Die Verknüpfung mit den jeweils hauseigenen Smart-Home-Plattformen SmartThings und ThinQ ist ebenso gegeben. Der G1 weist dazu Kompatibilität mit AirPlay 2 und HomeKit von Apple auf.
Ein Highlight bei Samsung ist die One Connect Box, die 2021 bei den 4K-Modellen ausschließlich bei dem Flaggschiff QN95A beiliegt. Die One Connect Box verlagert die Anschlüsse, die normalerweise auf der Rückseite des TVs zu finden sind, in eine separate Box. Diese ist mit der Paneleinheit über ein einziges Kabel verbunden, welches sowohl die Daten als auch den Strom transportiert. So erreichst Du mit dem Samsung QN95A ein richtig aufgeräumtes Konzept ohne viele Kabel hinter dem TV, wenn Du beispielsweise eine Wandmontage anstrebst.
Unsere persönliche Meinung: das Konzept von WebOS auf den LG TVs in Kombination mit der Magic Remote und dem „Mauszeiger“ auf dem Bildschirm gefällt uns besser. Samsung hat zwar mit der Smart Remote und den wenigen Tasten eine schöne Alternative zu der Standard-Fernbedienung mit den vielen Tasten auf den Markt gebracht (inklusive Solar Cell seit 2021), aber es fehlt der Mauszeiger zur schnellen Auswahl von Elementen auf dem Bilschirm.
Samsung hingegen punktet durch die One Connect Box mit dem einen Kabel zur Paneleinheit. Dieses Konzept gibt es aktuell ausschließlich bei den Premium-Modellen von Samsung und bei sonst keinem anderen Hersteller.
Gaming und Input Lag: QN95A und G1 sehr gut geeignet
Wenn für Dich die Gaming-relevanten Merkmale ebenfalls kaufentscheidend sind, weil Du gerne eine Spielekonsole an Deinen neuen Fernseher anschließen möchtest, machen es Dir die beiden Vergleichsmodelle nicht leicht. Denn hinsichtlich ihrer Gaming-Tauglichkeit nehmen sie kaum etwas.
Vergleichen wir den Input Lag für Eingangsmaterial in 1080p und 4K mit 60 Hz, liegen beide Fernseher mit jeweils 10 ms komplett gleichauf. Bei 4K@120Hz, so wie es die aktuellen Next-Gen-Spielekonsolen PlayStation 5 und Xbox Series X|S unterstützen, hat der Samsung Neo QLED QN95A mit 5 ms im Vergleich zu den 6 ms des LG OLED G1 minimal, aber nicht spürbar vorne. Hier gibt es also ein Unentschieden.
Eigenschaft | Samsung Neo QLED QN95A | LG OLED G1 |
Input Lag 1080p | 10 ms | 10 ms |
Input Lag 4K (60 Hz) | 10 ms | 10 ms |
Input Lag 4K (120 Hz) | 5 ms | 6 ms |
Input Lag 1080p VRR | offen | 5 ms |
Input Lag 4K VRR | offen | 5 ms |
ALLM | ja | ja |
HDMI Forum VRR | ja | ja |
Freesync | ja | ja |
G-SYNC | nein | ja |
HDMI 2.1 | ja, 4 x HDMI 2.1 | ja, 4 x HDMI 2.1 |
Quelle: teilweise rtings.com
Ziehen wir die weiteren relevanten Gaming-Merkmale zurate, wird die Entscheidungsfindung ebenfalls nicht leichter. Beide Modelle unterstützen die HDMI-Features ALLM (Auto Low Latency Mode) und VRR (Variable Refresh Rate), schalten also automatisch in den idealen Spielemodus und verhindern Screen-Tearing. Gegen verwischte Bilder stehen beim LG OLED G1 zudem AMD FreeSync Premium und Nvidia G-SYNC zur Wahl, während Samsung beim QN95A auf Nvidias Lösung verzichtet und nur AMDs FreeSync Premium Pro verbaut. Das ist ein kleiner Pluspunkt für LG.
Dafür hat Samsung mit seiner neu eingeführten Game Bar wiederum die Nase vorne. Dies ist eine zentrale Anlaufstelle für alle Gaming-relevanten Einstellungen. Unter anderem lässt sich hier mit Super Ultrawide GameView das Seitenverhältnis von 16:9 auf 21:9 und 32:9 verändern, um ein größeres Blickfeld angezeigt zu bekommen. Dazu gibt es viele weitere Einstellungsmöglichkeiten und Informationen rund um Input Lag, fps, HDR, der Steuerung eines kabellosen Headsets und mehr.
Auch LG bietet mit dem Game Optimizer in diesem Jahr eine ähnliche Neuerung, bei dem sich unter anderem Einstellungen für verschiedene Spielgenres vornehmen lassen. Dies bietet aber nicht ganz so viele Möglichkeiten. Somit hat am Ende der QN95A aus unserer Sicht minimal den Vorteil auf seiner Seite – vorausgesetzt, dass Nvidia G-SNYC nicht so wichtig für Dich ist.
Beide Konzepte der Game Bar und des Game Optimizers findest Du in diesem Review:
Unterschiede im Design: beide TVs Ultra-flach
Beide hier verglichenen Fernseher sind sehr dünn. Der QN95A misst 27 mm in der Tiefe, der G1 sogar nur 21 mm.
Bei der Tiefe haben beide Hersteller mittlerweile einen Punkt erreicht, der uns in Erstaunen versetzt. LCDs mit FALD-Hintergrundbeleuchtung waren in den letzten Jahren in der Regel immer etwas dicker als LCD-TVs mit Edge LED Beleuchtung. Die gesamte Hintergrundbeleuchtung hat sich eben über die Rückseite der TVs verteilt, wodurch schnell eine Dicke von 50 mm oder mehr zustande kam. Durch die Mini LED Technik hat sich die Gehäusetiefe deutlich reduziert. Die 27 mm bei Samsung sind unter Einsatz der Technik bereits sensationell.
LG setzt mit dem G1 hier noch einen drauf und schafft es, das Gehäuse auf eine Dicke von 21 mm zu bringen. Hier wird im Gegensatz zu den Modellen B1 und C1 das Konzept angewendet, den Fernseher über die gesamte Fläche gleich dick zu belassen. Der OLED B1 und C1 haben einen sehr dünnen oberen Bereich, der durch die Elektronik im unteren Bereich des Panels über 40 mm dick wird.
Beide TVs lassen sich allesamt mit den entsprechenden Wandhalterungen (Samsungs Slim Fit bzw. LGs Slim-Bracket) ultraflach und quasi lückenlos an einer Wand aufhängen. Dort können sie über die entsprechenden Funktionen Kunstwerke und andere Inhalte darstellen und wirken so annähernd wie ein Bild an der Wand, statt einer toten schwarzen Mattscheibe. Alternativ sind sie aber auch mit dem VESA-Standard kompatibel oder lassen sich auf einem TV-Möbel aufstellen. Die Panels umgibt jeweils ein nur 9 mm dünner Rahmen in Anthrazit. Insgesamt bieten beide Modelle ein sehr hochwertiges Design.
Das insgesamt bessere Konzept hat unserer Meinung nach jedoch Samsung: durch die One Connect Box hast Du genau ein Kabel, welches zum Display führt. Beim LG G1 musst Du jedes einzelne Kabel zur Rückseite des Fernsehers führen, was schnell zu einem Kabelsalat führen kann. Falls Du also an eine offene Aufstellung mit Blick auf die Rückseite des TVs denkst, dann ist der Samsung QN95A die bessere Wahl. Ebenso bei einer Wandmontage, bei der Du die Kabel schön verstecken willst.
Datenblätter des Samsung Neo QLED QN95A und LG OLED G1 im Vergleich
Eine Übersicht über die wichtigsten Unterschiede in den Datenblättern findest Du über unser Vergleichs-Tool. Du kannst außerdem weitere TV-Modelle zum Vergleich hinzufügen und Dir so mehrere Hersteller gleichzeitig anschauen.
GQ85QN95A | OLED77G19LA | |
Bildschirmauflösung | UHD (3840 x 2160 Pixel) | UHD (3840 x 2160 Pixel) |
Bildschirmdiagonale | 85 Zoll | 77 Zoll |
Bildwiederholrate | 100Hz | |
PQI (Picture Quality Index) | 4600 |
Aktuelle Angebote
Die aktuellen Angebote zum Samsung Neo QLED QN95A und LG OLED G1 haben wir Dir in unserer Live-Preis-Abfrage zusammengestellt:
Serie | Modelle |
---|---|
QN95A | GQ55QN95A (1783,47 EUR) GQ65QN95A (2399,00 EUR) GQ75QN95A (3299,00 EUR) GQ85QN95A QE55QN95A QE65QN95A QE75QN95A QE85QN95A |
G1 | OLED55G19LA OLED65G19LA OLED77G19LA (3.549,00 €) |
Fazit
Wie Du vermutlich in den vorangegangenen Zeilen bereits gemerkt hast, sind die Unterschiede zwischen dem LG OLED G1 und dem Samsung Neo QLED QN95A vor allem beim Panel zu finden. Hier spielen beide Technologien ihre Stärken aus. Der LG G1 bietet das kontrastreichere und etwas farbintensivere Bild, während der QN95A deutlich heller und zudem blickwinkelstabiler ist. Eine generelle Übersicht über Neo QLED vs OLED findest Du hier.
Bei der restlichen Ausstattung nehmen sich beide Kontrahenten bei den wichtigen Kriterien kaum etwas, was den Featureumfang angeht. Natürlich haben beide unterschiedliche Betriebssysteme und Fernbedienungen. Ein großer Unterschied ist in der One Connect Box bei Samsung zu finden. Dieses Konzept kannst Du beim LG G1 nicht bekommen, sondern musst einzelne Kabel zur Rückseite des TVs führen.
Welcher Fernseher für Dich nun die bessere Wahl ist, hängt letztendlich von individuellen Umständen ab. Soll das Gerät in einem sonnendurchfluteten Zimmer installiert werden, ist der hellere QN95A die etwas bessere Wahl. Favorisiert Du hingegen die OLED-Technologie, ist der G1 die einzige Lösung unter diesen beiden Modellen.
Für viele wird es am Ende vermutlich auch über den Preis entschieden. Hier hat der QN95A deutlich die besseren Argumente auf seine Seite. Während er bei 55 Zoll nur etwas günstiger ist, steigt die Ersparnis mit zunehmender Diagonale. Und in riesigen 85 Zoll ist der Samsung Neo QLED QN95A ohnehin konkurrenzlos.

Und hier ist übrigens die Eingangs erwähnte Szene „Thor vs. Hulk“ in der Arena des Grandmasters:
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